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Am Samstag kreuzten die Schülermannschaften aus Weißwasser und Dresden in ihrem Sachsenderby letztmalig in dieser Saison die Schläger. Nach nervenaufreibenden 60 Minuten unterlagen die heimischen Schützlinge von Trainer Torsten Hanusch, trotz dreimaliger Führung im Mittelabschnitt, hauchdünn mit 5:6 (1:1,3:3,1:2). Dennoch bleiben die Jungfüchse vorerst auf Platz 1 der Schüler Bundesliga Gruppe B. Am kommenden Wochenende müssen jedoch sechs Punkte aus den Heimspielen gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim folgen.
Die ersten zwanzig Minuten lebten hauptsächlich von den Fehlern beider Mannschaften, wobei Weißwasser mehr davon bot und zudem wenig laufbereit bzw. gehemmt wirkte. So besaßen die Gäste nicht nur optisch ein Übergewicht und der ausgeglichene Pausenstand ist durchaus als optimal zu bezeichnen.
Wesentlich ausgeschlafener präsentierte sich die Mannschaft nach der Kabinenansprache. Bereits im Spielaufbau sollte der Gegner unter Druck gesetzt werden, was teilweise auch gelang, aber mit großem Risiko verbunden war. Denn es galt, die Abwehr nicht zu entblößen, da Dresden über ein strukturiertes Aufbauspiel verfügte und oft den freien Mitspieler fand. Der Erfolg bestätigte aber die Richtigkeit der Marschroute. Dreimal legte Weißwasser einen Treffer vor, dreimal antworteten die Gäste mit dem Ausgleich. Für diesen Teilabschnitt galt der ausgeglichene Zwischenstand nicht als optimal.
Bei dieser Trefferfolge musste das nächste Tor zwar keine Entscheidung bedeuten. Es lag aber Nahe, dass mit fortschreitender Spielzeit jeder Treffer an Bedeutung gewinnt. Der Chronologie folgend übernahmen die Dresdner zunächst das Zepter. Umgestellt auf zwei Blöcke, zumindest schien es mir so, entfachten sie einen großen Druck auf das ESW-Gehäuse und nicht ganz zufällig drückten sie den Puck zum 4:5 (47.) über die Linie. Als Weißwasser kurz darauf eine Strafe wegen Spielverzögerung kassierte, weil der Puck in der Angriffszone (!) über die Bande befördert wurde, klingelte es ein weiteres Mal (48.). Erstmals konnte ein Team eine Zwei-Tore-Differenz realisieren. Weißwasser versuchte nun alles, verkrampfte aber zusehends. Erst als der Anschluss (56.), bezeichnenderweise in Unterzahl, gelang, ließ sich Dresden vor dem Tor vermehrt beschäftigen. Zum Ausgleich kam es, trotz zwei guter Möglichkeiten, nicht mehr.
Zu viele Schwachstellen. Gegen Weißwasser sprachen an diesem Nachmittag die größere Anzahl an leichten technischen (Passgenauigkeit und -annahme) und taktischen (fehlende Zuordnung in Defensive und im Aufbau) Fehler, die in der Summe ein flüssiges Offensivspiel störten und einen immensen Mehraufwand in der Defensive bedeuteten. Zudem stachen zwei
Schwachstellen deutlich hervor. Es darf in einem Schüler-Bundesliga-Spitzenspiel einfach nicht sein, dass Spieler in Passivität verfallen, sobald es etwas körperlicher zugeht. Angst ist ein schlechter Ratgeber, zumal ein Zweikampf halbherzig gespielt, richtig weh tun kann. Und von einem älteren Jahrgang erwarte ich wesentlich mehr, als den Puck die Bande entlang zu dreschen, zumal dieser postwendend wieder vor dem Tor landet, oder als Stürmer den Puck nur schnell weiterzuleiten, weil man die Laufbereitschaft oder die Verantwortung scheut. Wenn nicht jeder Spieler bereit ist selbstständig Lösungen, im Rahmen eines vorgegebenen Spielsystems, auf die jeweilige Spielsituation zu finden, ist das eigene Spiel viel zu banal strukturiert und bringt einem auf diesem ausgeglichenem Niveau ins Hintertreffen! Deshalb geht der knappe Erfolg an diesem Tag verdient in Richtung der Landeshauptstadt.
5:0-Wertung und deren Folgen
... in Weißwasser: Das ausgefallene Punktspiel der Vorwoche in Dresden wertete der DEB, lt. HP vom Freitag, zu Gunsten des ESW. Wer immer diese offizielle Mitteilung des Verbandes verbreitete, als „Meldung des Jahres“ kommt sie definitiv nicht in Betracht. Im Umfeld der Mannschaft war man über den Zeitpunkt der Veröffentlichung alles andere als erfreut. „Eine Woche werden die Jungs auf die Begegnung eingestellt und am Samstag dreht sich alles um diese Meldung“, schimpfte Trainer Hanusch noch am Montag, ließ es zwar nicht als Grund für die Niederlage gelten, verwies aber auf die Startphase, „wer zu locker ins Spiel startet, kann schwer zwei Gänge höher schalten.“
... in Dresden: Das nun eine Spielwertung, neben Punktverlusten gegen Frankfurt, Crimmitschau, Nauheim und Weißwasser, ins Tabellenbild eingreift, hat sicher ein „Geschmäckle“ - zumindest wenn man sein Heim an der Elbe weiß. Es besteht aber ein feiner Unterschied darin, ob ich keine spielfähige Mannschaft habe - weil es diverse Ausfälle gibt - oder aber die Ausfallliste verlängere - damit ich die Mindestantrittsstärke unterschreite ... Zur Wahrheit würde außerdem gehören, wenn man erwähnt, wie viele Alibitermine unter den acht Vorschlägen waren. Weißwasser wochentags nach Beendigung der Schule nach Dresden zu bitten, ist eher Frechheit, denn Einladung! Des weiteren muss Weißwasser nicht zugemutet werden, auf den kompletten jungen Jahrgang zu verzichten, wenn dieser schulisch unterwegs ist.
Weißwasser trat seinerseits, u.a. in Spitzenspielen gegen Frankfurt und Crimmitschau sogar gegen Dresden, mit zwei Knabenspielern an, um die Spielfähigkeit zu gewährleisten und obwohl das MK1-Knabenteam zeitgleich spielte. Wenn dagegen in Dresden selbst dem Großteil des jungen Schülerjahrganges die Tauglichkeit abgesprochen wird, ist das nicht das Problem der Konkurrenz!
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| 10.03.2010 14:58 Uhr | Sven Kuschlel | 1913x gelesen |
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